Berichtigung einiger Aussagen Ariel Muzicants in Sefardinews

Im Rahmen seines Interviews mit der Zeitung Sephardinews hat Ariel Muzicant etliche Aussagen getätigt, die wir nicht einfach unwidersprochen stehen lassen können.

Die «Koalition mit den Bucharen» geht auf Präsident Paul Grosz s.A. und «Die Alternative» zurück und wurde von Ex-Präsident Muzicant nur fortgeführt. Ebenso fielen die Beschlüsse über die Errichtung und der Bau des Sephardischen Zentrums in die Zeit vor seinem Amtsantritt. «Übergeben» hat er es dann wohl, die Fertigstellung fiel eben in seine Amtszeit! Wie auch der erfolgreiche Abschluss verschiedener Restitutionsverhandlungen, die bei seinem Amtsantritt längst im Gange waren.

Die meisten Regelungen von Aufenthalts-und Arbeitsbewilligungen wurden durch die beständige Arbeit der Sozialabteilung und ESRA erreicht. Man kann auch nicht sagen, dass «die meisten Klienten von ESRA Bucharen und Grusinen (Georgier, Anm. der Redaktion) sind». So stimmt das nicht, außerdem unterliegen alle Daten der Verschwiegenheitspflicht, auch der ehemalige Präsident der IKG ist davon nicht befreit. Ein seriöser Ehrenpräsident handelt und spricht nicht so, und schon gar nicht über seine eigenen Bündnispartner.

Dass ein Teil der jüdischen Eltern es vorzieht ihre Kinder, statt in die Zwi Peres Chajes-Schule der IKG,  in eine internationale Schule zu schicken, hat sicher nichts damit zu tun, dass «so viele Bucharen und Russen» in die ZPC gehen. Die ZPC hat auch ein durchaus multikulturelles Ambiente, das ist also ein absichtlich platzierter Widerspruch, um Stimmung zu machen – in diesem Fall nicht für die ZPC, sondern gegen jene Gemeindemitglieder, die ein sekuläres multikulturelles Umfeld vorziehen. Dass das so gesagt wird, erfüllt uns mit Sorge, das macht diese Eltern doch nicht zu schlechteren Juden…

Wir finden es äußerst respektlos und bedauerlich, dass viele tolle Leistungen der gesamten Gemeinde und ihrer Institutionen von einer Person in der Ich-Form vereinnahmt werden.

Nun zu dem im Interview angeschnittenen Thema der kommenden Kultusratswahl. Die Aussagen über Chaj und Initiative Respekt! sind eines ehemaligen Präsidenten der IKG unwürdig, sie enthalten mehrere echte Verleumdungen:

1)  Dass Chaj und wir nur versuchen würden, «die Leute zu täuschen», ist eine böswillige, durch nichts zu belegende Unterstellung.

2)  Muzicants Bemerkungen über Amos und Daniela Davidovits (ja, sie haben Vornamen!) erinnern rufen fatale Erinnerungen an «Sippenhaftung» wach, die wir bereits überwunden glaubten, jedenfalls innerhalb unserer IKG.

3)  Last but not least möchte Muzicant die sephardische Gemeinde wohl glauben machen, wir wollten sie «spalten», so als fehle ihren Vertretern jeglicher Durchblick. Unserer sephardischen Gemeinde gebührt mehr Achtung von Atid.

Alle diese Behauptungen Ariel Muzicants fallen sicher nicht zufällig mitten in unsere Bemühungen, mit allen wahlwerbenden Gruppen ein Fairness-Abkommen zu erarbeiten – offenkundig und mit Absicht noch rechtzeitig vor dessen Abschluss, damit die persönlichen Verleumdungen davon nicht betroffen sind. Wir finden das unwürdig.

Mit allem Respekt, meine Damen und Herren von Atid: Sie hoffen wohl, damit punkten zu können. Wir hingegen sind überzeugt, dass die Gemeindemitglieder, die zur Wahl gehen werden, Inhalte und falsche Behauptungen zu unterscheiden wissen.

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