Einheitsgemeinde

Der Begriff Einheitsgemeinde wird von der derzeitigen IKG-Führung in erster Linie im Zusammenhang mit den Beziehungen zur liberalen Gemeinde Or Chadasch verwendet. Für uns bedeutet Einheitsgemeinde viel mehr, nämlich alle Gruppen – religiös, ethnisch, politisch – die unserer Gemeinde angehören.

Derzeit leben die unterschiedlichen Gruppen unserer Gemeinde weitgehend nebeneinander her und wissen sehr wenig von einander. Die Unterschiede sind oft deutlicher als das Gemeinsame. Wenn die Einheitsgemeinde bleiben soll, muss sie aktiv in den Vordergrund unserer Bemühungen gestellt werden. Nur so kann sie auch wirklich gelebt werden  eine Chance haben, gelebt zu werden.

  • Der Kultusvorstand darf nicht den Mehrheitsverhältnissen verpflichtet sein, sondern muss die Interessen aller Mitglieder der IKG im Auge haben, gleichgültig ob reich oder arm, alt oder jung, orthodox oder liberal, in Wien geboren oder zugewandert – und muss in Zukunft auch so handeln.
  • Es braucht bei allen Vorhaben eine Besinnung auf die traditionellen ethischen und moralischen Werte des Judentums wie gegenseitige Achtung, menschliche Wärme, soziales Engagement und Solidarität.
  • Es muss mehr Aufmerksamkeit für die wichtigen sozialen Themen geben, denn wirklich viele Menschen in unserer Gemeinde, brauchen unsere, auch finanzielle, Unterstützung – Tendenz steigend.
  • Trotz professioneller Einrichtungen sind mehr private soziale Initiativen notwendig – das muss gefördert werden. Wir schlagen vor, dass Menschen, die auf diesem Gebiet Besonderes leisten, von der IKG dafür geehrt oder ausgezeichnet werden.
  • Es braucht langfristige Überlegungen und ein Maßnahmenkonzept zur Sicherung der Einheitsgemeinde. Einzelaktionen greifen nicht weit genug.
  • Gleichzeitig mit dem Bekenntnis zu Gemeinsamkeit muss es auch eines zum Pluralismus geben.
  • Auch kontroversielle Diskussionen müssen offen, ohne Maulkorb und mit Respekt geführt werden können, es braucht dafür auch einen geeigneten Rahmen.
  • Die IKG muss sich auch im Bezug auf Israel zur Meinungsvielfalt innerhalb der IKG bekennen. Sie ist ohnedies vorhanden, sie zu negieren macht keinen Sinn