Kaschrut

Ein Problemkreis, der alle jüdischen Familien, die koscher leben, und alle Institutionen der IKG betrifft, ist die Versorgung mit koscheren Lebensmitteln zu gerechtfertigten und fairen Preisen.

Derzeit sind die Kosten für Kaschrut unserer Meinung nach in einigen Bereichen stark überhöht. Das führt dazu, dass vor allem kinderreiche Familien mit niedrigem Einkommen wiederum finanzielle Unterstützung von der IKG benötigen.

Die Herstellung koscherer Lebensmittel muss ein ausgebildeter und anerkannter Maschgiach überprüfen. Er ist dafür verantwortlich, dass der gesamte Prozess nach den Gesetzen der Religion und der Hygiene einwandfrei und das Produkt der Halacha (dem jüdischen Gesetz) entsprechend „koscher“ ist. Erst dann kann die Verpackung mit dem Koscher-Stempel mit Bezeichnung des zuständigen Rabbinats (Hechscher) versehen werden.

Derzeit ist die Überwachung der Kaschrut gewissermaßen aus der IKG „ausgelagert“:

  • Für die Bereitstellung von koscherem Fleisch besteht seit vielen Jahren ein Vertrag mit der Khal Israel, der unserer Meinung nach bestehen bleiben soll, da die Herstellung von „Glatt“ koscherem Fleisch sehr komplex ist.
  • Für alle anderen Lebensmittel gibt es keine formale vertragliche Regelung. Es hat sich jedoch der so genannte Vad Hakaschrut unter der Leitung von Rav Aharon Spitzer eingebürgert, einem Mitarbeiter des zuständigen Rav Abraham Schwartz.

Es gibt bereits heute eine Fülle von Lebensmitteln, die von anderen anerkannten orthodoxen Rabbinaten in Europa kontrolliert und (mit Hechscher und Stempel versehen) als koscher frei gegeben sind, die man in unseren Supermärkten zum ganz regulären Preis erhalten könnte.

Um das Sortiment solcher in regulären Supermärkten erhältlichen koscheren Lebensmittel zu vergrößern und somit für den koscheren Verbraucher die Preise auf ein leistbares Niveau zu bringen, schlagen wir folgendes vor:

Einrichtung einer Kaschrut-Stelle in der IKG-Hoheit unter Aufsicht des Rabbinats.

A) Für den Lebensmittelhandel:

Aufgabenstellung:

  • Zusammenstellung einer Koscherliste mit bereits bestehenden Produkten aus verfügbaren Koscher-Listen Europas
  • Laufende Aktualisierung in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen.
  • Überwachung der Herstellung von Chalav Stam Frischmilch und eventuell auch anderen Milchprodukten in einer Großmolkerei, die nach der Mehrheitsmeinung der modernen Orthodoxie „erlaubt“ sind.

Dazu sind erforderlich:

  • In der Anfangsphase einige Wochen 2 Mitarbeiter zur Erarbeitung der Koscher-Liste
  • In der Folge 1 Mitarbeiter ca 20 Std. pro Woche bzw. mehr, wenn er auch die Molkerei ständig überwacht. Dieser Mitarbeiter muss von den wesentlichen orthodoxen Gruppen als kompetenter Maschgiach anerkannt werden.

Wird diese Arbeit von einem Angestellten der IKG gemacht, würden die nach freiem Ermessen (!) erhobenen Gebühren für Überprüfung und Stempel entfallen, die Lebensmittel würden dadurch erheblich günstiger verkauft werden können.

B) Für die Küchen der IKG:

Der Lebensmitteleinkauf wird vom Vad Hakaschrut bestimmt. Einerseits ist dadurch die Liste der erlaubten Lebensmittel relativ beschränkt, andererseits werden oft wirklich unstatthaft hohe Preise verlangt.

Das Maimonides Zentrum

Das Maimonides Zentrum kocht für das Haus, die ZPC-Schule, Essen auf Rädern und Events. Es arbeiten dort mehrere von Rav Spitzer beschäftigte Maschgichim. Unserer Meinung nach könnten sie in ihrer Arbeitszeit weit mehr leisten. Unsere Kinder und unsere HeimbewohnerInnen könnten viel mehr frisches Gemüse bekommen, zum Beispiel weißen Spargel in der Spargelzeit, frische Kräuter, frisch gekochte Kompotte statt Dosenware.

Für die Bereitstellung der Maschgichim zahlt das Maimonides Zentrum jährlich 200.000 € an die Organisation von Rav Schwartz/Rav Spitzer.

Bei einer Anstellung direkt durch das Maimonides Zentrum ließen sich laut Auskunft des Geschäftsführers bis zu 60.000 € einsparen. Nicht berechnen konnten wir die Einsparung durch günstigere Lebensmittelpreise.

Nebenbei bemerkt: Die Kaschrut ist auf die besonders strengen Erfordernisse der Schule ausgerichtet – wenn das Essen aber in der Schule ankommt, überwacht dort niemand die korrekte Handhabung der Speisen!

Finanzierung:

Wir haben ein Finanzierungskonzept erstellt, das der IKG sogar einen kleinen finanziellen Gewinn bringen könnte, da wir vorschlagen, auch diverse Lebensmittel für den Export mit einem Hechscher-Stempel zu versehen.

Einnahmen geschätztKosten geschätzt
Hechscher-Gebühren für
koschere Export-Lebensmittel
15.000€1 Angestellter (Teilzeit)20.000€
Einsparungen geschätzt10 Monate geringfügige Beschäftigung (Vertretungen)3.800€
Subventionen IKG an Vereine10.000€Fahrtkosten5.000€
Preisminderung IKG-Küchen20.000€Reserve3.500€
Gesamt:45.000€Gesamt:33.300€