Wirtschaftliche Zukunft der IKG

§6, Abs. 1 der IKG-Statuten “Aufgabe der Kultusgemeinde ist es, in ihrem Sprengel (§1) im Rahmen der Gesetze für die Befriedigung der religiösen Bedürfnisse ihrer Mitglieder zu sorgen und die für diesen Zweck notwendigen Institutionen zu errichten, zu erhalten und zu fördern sowie sämtliche Interessen der Kultusgemeinde und ihrer Mitglieder in allen die Kultusgemeinde betreffenden Belangen nach innen und außen wahrzunehmen.”

In §6, Abs.3 werden weitere Aufgaben der Kultusgemeinde “nach Maßgabe ihrer Mittel”, z.B. Maßnahmen zur medizinischen und sozialen Unterstützung, Kultur und Bildung etc. aufgezählt.

In den vergangenen guten Wirtschaftsjahren konnte die IKG-Führung viele Subventionen und Spenden aus privaten und öffentlichen Quellen akquirieren und verteilen. Damit und mit Hilfe von Darlehen und Förderungen wurden große Bauprojekte realisiert, die aber in der Folge auch höhere Betriebskosten verursachen. Wir laufen Gefahr, dass diese Kosten den Rahmen der IKG-Ressourcen sprengen.

In den kommenden Jahren werden also die Betriebskosten insgesamt deutlich steigen, andererseits sind immer mehr Menschen von Armut bedroht und werden mehr Unterstützung brauchen. Darüber hinaus werden die öffentlichen Subventionen immer knapper, weil Staat, Länder und Gemeinden in großen finanziellen Schwierigkeiten und zum Sparen gezwungen sind. Wir können deshalb nicht davon ausgehen, dass wir in der Zukunft so auf diese Subventionen bauen können wie bisher. Deshalb müssen alle Mittel der IKG sehr sparsam verwaltet werden.

Die Konsequenz aus erhöhtem Sozialhilfe- und Subventionsbedarf bei gleichzeitig bestenfalls stagnierenden Einnahmen ist die Notwendigkeit neuer Prioritäten-Setzungen und neuer Budgetierungsmethoden.

  • Die erste Voraussetzung zur finanziellen Sicherstellung der IKG ist die nachhaltige finanzielle Stabilität. Oberstes Ziel muss daher ein sparsamer Umgang mit den beschränkten Ressourcen der IKG sein.
  • Das Budget der IKG muss im Blick auf die vielfältigen Interessen und Gruppen unserer Einheitsgemeinde möglichst gerecht aufgeteilt werden.
  • Will man die Ressourcen gerechter und bedarfsgenauer einsetzen, dann muss jede einzelne Budgetposition hinterfragt werden: Stimmen die jahrelang fortgeschriebenen Annahmen? Wann wurden diese letztmals kontrolliert? Kann man die jeweilige Leistung mit anderen kombinieren? In der Wirtschaft wird so ein Vorgang “Zero-Budgeting” genannt. Man plant also das Budget so als gäbe es keine Vergangenheit und hinterfragt jede Position.
  • Es braucht  eine Überprüfung aller IKG-Leistungen auf Bedarf, Effizienz und Finanzierbarkeit. Sind alle Firmen, Vereine oder Einrichtungen, die vor Jahren gegründet worden sind, in Zukunft auch noch sinnvoll und kosteneffizient? Oder ganz einfach zu teuer?
  • Die Leiter der Abteilungen, Firmen und Vereine der IKG müssen zu sparsamer Betriebsführung verpflichtet werden. Dazu bedarf es klarer und für alle gültiger Regeln und Vorschriften. Diese müssen vom Plenum und der Kontrollkommission regelmäßig kontrolliert werden und Verstöße dagegen müssen aber auch geahndet werden.
  • Synergie-Effekte und Effizienzgewinne sind erste Schritte zu einer optimalen Kostenstruktur und werden z.B. durch die Zusammenführung oder Straffung sämtlicher Buchhaltungen, Personalabteilungen, IT-Verwaltungen und Einkaufsabteilungen möglich.
  • Das alles ist nur dann möglich, wenn die IKG einen hochqualifizierten Manager anstellt, der selbstverantwortlich – ohne operative Einmischung der „Politik“ – arbeiten kann.
  • Wir sind es unseren Kindern und Enkeln schuldig, keine weiteren Schulden auf deren Zukunft zu machen! Nach der riesigen Anstrengung des Aufbaus des IKG-Campus unter Einbeziehung aller Ressourcen ist nun eine Periode der Konsolidierung, Reorganisation und Stabilisierung notwendig.
  • Durch eine transparente Sparpolitik in der eigenen Verwaltung, durch gerechte Verteilung der verfügbaren Mittel, besondere Vorsicht bei neuen finanziellen Verpflichtungen und durch eine entsprechende Kommunikation der Maßnahmen muss das Vertrauen der eigenen Mitglieder und der Öffentlichkeit in die Institution IKG gestärkt werden.