Wiener Jüdische Schulen – eine Erfolgsgeschichte?

Unsere Gemeinde verfügt über rund 11 jüdische Schulen und Ausbildungsstätten, davon sind 4 orthodoxe Talmud Thora Schulen, eine Jeschiwah und die Wiener Akademie für Höhere Rabbinische Studien. Für eine doch relativ kleine Gemeinde ist das ein Riesenangebot.

Fast alle jüdischen Kinder Wiens könnten somit eine jüdische Schule besuchen. Warum nur fast? Weil alle jüdischen Schulen Mitgliedern der IKG _ «halachischen Juden» also – vorbehalten sind. Kindern, die «nur» einen jüdischen Vater haben, steht keine dieser Schulen offen. Hier sollte eine Einheitsgemeinde, die idealerweise alle einschließen sollte, ein weiteres, nicht orthodoxes jüdisches Schulprojekt zur Diskussion stellen.

Die beiden größten jüdischen Bildungseinrichtungen sind der Lauder Chabad Campus und die Zvi Perez Chajes Schule, die Kinder vom Kindergarten bis zur Matura ausbilden.

Die ZPC-Schule hat eine lange, leider auch tragisch unterbrochene Geschichte. 1980 war es dann endlich wieder soweit: Eröffnung der Volksschule im Gebäude der IKG. 1992 haben die ersten Kinder in der Castellezgasse ihre Matura abgelegt.

2008 schliesslich öffnete die ZPC an ihrem jetzigen Standort ihre Pforten. Ein funktioneller, schön gestalteter und modern ausgestatteter Bau mit vorbildlichen Sicherheitseinrichtungen vom Kindergarten bis zur Matura. Schulerhalter ist der «Verein zur Erhaltung der Zwi Peres Chajes Schule der Irsaelitischen Kultusgemeinde Wien». Die religiöse Aufsicht obliegt dem Oberrabbiner der IKG Wien.

Die konfessionelle Privatschule hat selbstverständlich das Öffentlichkeitsrecht und wird somit auch vom Wiener Stadtschulrat unterstützt – wie alle anderen Schulen dieser Art auch. Der Rest finanziert sich aus dem Schulgeld.

Nun wird jedoch ein hoher Anteil der SchülerInnen von der IKG durch Leistungs-unabhängige Stipendien gefördert, da sich viele Eltern das Schulgeld in dieser Höhe (€ 147 bis zu € 370 pro Kind) nicht leisten können.

Nicht zuletzt deshalb ist es unerlässlich, dass die IKG eine – wie wiederholt von Initiative Respekt! gefordert – vorausschauende, solide Finanzpolitik verfolgt. Eine seriöse langfristige Budgeterstellung muss diesen in absehbarer Zeit wohl eher steigenden Finanzierungsbedarf zur Unterstützung der SchülerInnen berücksichtigen. Und damit auch das Weiterbestehen der historischen Zwi Peres Chajes Schule sichern.
Initiative Respekt! plädiert auch hier für Kostenwahrheit.

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